Wir sind nun in einem gemütlichen Hostel in Melbourne, St. Kilda unter gekommen. Für die Unterkunft bezahlen wir nicht mit Geld sondern mit 3 Std Arbeit am Tag. Ich kümmer mich mit 2 anderen Backpackern um die Zimmer und Nadja macht jeden Tag einmal die Küche sauber. Früher kam mir dieser Deal ziemlich unfair vor. Bei 24$ pro Zimmer ist die Arbeitsstunde ja nur 8$ wert. Das ist die hälfte vom Mindestlohn hier.
ABER: Nach unserer Zeit auf der Farm, machen wir die popeligen 3 Stunden mal so eben nebenher und haben dann den Rest des Tages frei.
Melbourne ist wirklich eine schöne Stadt. Eindeutig eine Großstadt, aber dennoch gibt es hier viele kleine Gässchen mit netten Cafés, die an die in Italien erinnern. Auch Streetart wird hier großgeschrieben. Vor allem in der Hosier Lane und im Stadtteil Fritzroy (dem hippen Stadtteil) findet man viele künstlerisch verzierte Häuser. Unser Hostel befindet sich in St. Kilda, nur etwa 5 Minuten vom Strand entfernt. Dort gibt es einen Pier, wo bei Dämmerung Pinguine herumlatschen! Wir haben sie aber bisher nur unter den Steinen gesehen. Trotzdem süß:) In St.Kilda gibt es auch ein Restaurant bei dem man zahlen kann was man will. Haben wir natürlich auch schon ausprobiert. Ziemlich lecker!
Ich (Nadja) wurde jetzt gestern von der Krankenschwesteragentur angerufen und kann am Mittwoch in das Büro kommen und bekomme ein neues Namensschild und Timesheets und ich denke dann kann ich gleich anfangen mit arbeiten:) Super, dass das doch so einfach war! Ich bin mal gespannt wie das arbeiten hier so ist!
Auf der Farm, der wir letzte Woche den Rücken gekehrt haben, sind wir morgens um 5:30 oder 6:00 Uhr aufgestanden und sind im Morgengrauen zum Haus gestiefelt um anzufangen. Meistens waren wir dann so gegen 18:00 Uhr mit Hunde füttern fertig, was immer unsere letzte Aufgabe des Tages darstellte. Wir hatten also immer gut zu tun. Daran konnte man sich sogar gewöhnen weil wir ja nicht den ganzen Tag das gleiche gemacht haben. Nicht gewöhnen konnten wir uns allerdings an den Farmer selbst. Und so wurden aus den geplanten 3 Monaten, 5 sehr interresante Wochen und dann hat es uns gereicht.
Was wir so gemacht haben:
- Schafe Scheren: nicht direkt selber, aber Wolle aufsammeln und mit einer Maschine in Säcke pressen bis ein Sack 200 kg wog
- Graben: zum flicken von Lecks in den Wasser Leitungen (bis zu den Knien und Ellbogen gebeugt in einem Schlamm Loch stehen und mit den Fingern dass Leck ertasten. Eins meiner Highlights, im ernst.) außerdem haben wir viel Meter Gräben gebuddelt um Wasserleitungen unterirdisch zu verlegen.
- Kehren: Roter Staub, überall. geht sogar durch die Socken.
- Müll Entsorgung: Müll mit dem Pick Up zur hauseigenen Müllkippe fahren und wenn genug zusammen gekommen ist dann hieß es
- Zündeln: Müll aber auch Holz. Wir haben Stunden um Stunden damit verbracht Feuer zu machen um Die Flächen "aufzuräumen". Je weniger Baume im Weg rum liegen, um so einfacher ist es die Ziegen mit dem Motorrad ein zu treiben.
- Draften: das heißt hunderte von Ziegen durch einen schmalen Gang zu treiben an dessen Ende der Farmer an einer Klappe steht, um sie zu sortieren. Die fetten auf den Truck, die kleinen zurück in die Wildnis.
- Truck be- und entladen: in einen Großen Roadtrain passen über 1000 Ziegen. Einmal kam ein Truck mit sehr schwachen Ziegen an. Ca. 20 waren bei der Ankunft bereits tot. Der Farmer hat sich aufgeregt und von animal cruelty gesprochen. Wir musste die toten Ziegen dann entsorgen: alle hinten auf den Pick Up wuchten und im Buschland verschwinden lassen.
- Mustering: Mit dem Motarad rum fahren und nach Schafen, Ziegen oder Kühen Ausschau halten. meisten waren wir in einer kleinen Gruppe unterwegs, alle mit Funkgerät und einem Flugzeug oder Helikopter in der Luft.
- Eukalyptus Ernten: vorallem als der Truck mit den schwachen Ziegen angekommen war, hat uns der Farmer den restlichen Tag losgeschickt um Tonnenweise Eukalyptus zu besorgen. Die hungrigen Tiere haben sich so darauf gestützt, dass jedes mal alles weg gefressen war wenn wir mit der nächsten Ladung ankamen.
hier ein Paar Fotos:
![]() |
| beim Schafescheren |
![]() |
| Enngonia Pferderennen |
![]() |
| hier werden Wetten abgeschlossen |
![]() |
| Nadja & Syd |
![]() |
| Feuerchen machen |

![]() |
| "Aftershow Party" nach dem Pferderennen |
![]() |
| Ofen in unserer Hütte |
![]() |
| Frosch… im Klo! |
![]() |
| Koala |
![]() |
| Das Inventar vom Yute: Gewehr Immer dabei zum Känguru- oder Wildschweinschießen |
![]() |
| The Yards- hier haben wir zb einen großen Graben gebuddelt und jetzt sind hier Rasensprenger drin |
![]() |
| Kühe mustern |
![]() |
| Erstes Bild aus Melbourne: In einer Rooftopbar Glühwein trinken- ja es ist herbstlich kalt, wir haben Winter! |
PS: Mehr Bilder gibt's bei Instagram ;-)



















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
You like? You dislike? Comments pleeeease