Freitag, 25. April 2014

Die letzten Wochen: von Carnarvon nach Broome

Kurzfassung:
Canarvon -> Coral Bay (schnorcheln toll, ferienzeit tourismus) -> Exmouth (italienische Freunde, Walhaie, Dünen und schnorcheln) -> Karinjini National Park (Rest in Pasta, Wasserfälle, Canyons, Klettern, springen, baden, kalt und mal wieder Hubbelpiste) -> Broome (Straße Blockiert, warten, aussitzen, schwitzen und Kühe)

Lange Fassung:
Das letzte mal hatten wir ja aus Canarvon berichtet und schwups sitzen wir schon in Broome und versuchen jetzt für uns und euch, liebe Mamas, Papas, Omas, Opas, Brüder, Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen, Freunde und Stalker, die letzten 10 Tage in eine halbwegs zufriedenstellende Zusammenfassung zu verpacken.
Carnarvon

Nach unserer Nacht in Canarvon (hier werden 80% aller in Western Australia verkauften Bananen geerntet) ging es ganz schnell weiter nach Coral Bay. Dort ist man nämlich bereits an den südlichen Ausläufern des Ningaloo Reef. Wie am Great Barrier Reef, oder sogar noch besser, kann man hier beim Schnorcheln haufenweise bunte Fische und Corallen beobachten. Das weis leider auch eine ganze Armada an Australischen Touristen, die in den Schulferien ebenfalls nach Coral Bay zieht. Es war also brechend voll auf dem Caravan Park als wir dort gegen 3 Uhr ankamen. Zum Glück Haben wir trotzdem noch einen der Letzten freien Plätze bekommen und konnten gleich zu einer Sonnenuntergangs-Schnorchel-Tour aufbrechen. Das Wasser wurde erst nach 1 1/2 Stunden zu kalt,die Sicht war gut und nächsten Vormittag wurde es sogar noch ein bisschen besser. Trotzdem sind wir nur eine Nacht geblieben und dann nach Exmouth und dem dortigen Cape Range National Park weiter gefahren.
Coral Bay- hier musste man nach links laufen und konnte sich von der Strömung über Korallen treiben lassen

Der Cape Range NP liegt ebenfalls am Ningaloo Reef und das Schnorcheln hier hat nochmal alles vorherige getoppt. Im National Park selbst gibt es auch nur um die 30 Plätze, die auf eine Hand voll Campsites verteilt sind. Außer einem Plumps-Klo gibts hier nur Natur. Daher war nicht so viel los und wir sind drei Tage geblieben. Am Abend unserer Ankunft hatten wir mal wieder Glück: Von den ansonsten völlig ausgebuchten WhaleShark-Schnorchel-Touren ist für den nächsten Tag jemand zurückgetreten, so dass wir gleich am ersten Tag die WhaleShark-Tour mitmachen konnten. (Da schwimmt man mit Walhaien) Diese Riesigen (6-18m) Plankton fressenden Haie kommen nur an 2 Orten auf der Welt regelmäßig und nah genug an die Küste um mit ihnen relativ einfach schwimmen zu können. Das Ningaloo Reef ist einer davon und die Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Die Tour ging von 8:00 - 16:00 Uhr und wir waren mit ca. 18 anderen Teilnehmern auf einem Schiff. Nach einer Einstiegs-Schnorchelei bei denen uns die super Guids auf alle möglichen tollen Tiere aufmerksam gemacht habe, ging es gegen Mittag in tiefe Gewässer um mit den großen Fischen zu schwimmen. Um die zu finden war extra ein Flugzeug in der Luft, das per Funk die Positionen der Walhaie durchgab. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Jeweils erst die eine und dann die andere Gruppe stellte sich hinten am Boot auf ein Brett, dieses hat sich dann 30 Meter vor dem Tier in Position gebracht und auf "go go go" sind alle ins Wasser gesprungen. Dann haben wir uns in einer Reihe "aufgestellt" und den Riesen an uns vorbei ziehen lassen. Sobald er vorbei war sind alle los und haben versucht so lange wie möglich hinter her zu schwimmen bis der Guid "stop swimming" rief und alle wieder vom Boot eingesammelt wurden. Das war manchmal ganz schön chaotisch und wer nicht mithalten konnte, (hallo) hat oft nur noch die Luftblasen und Schwimmflossen der Schnorchler vor ihm gesehen und musste trotzdem wie verrückt paddeln um nicht den Anschluss an die Gruppe zu verlieren. Aber wenn der Wahlhai an einem vorüber zog, dass war schon ziemlich beeindruckend. Einmal ist er dirkt auf mich zu geschwommen und entsprechend nah war ich dann auch dran, so 3m, näher durften wir auch gar nicht. 3 Wahlhaie und ca. 10 Runden später gab es ein super Buffet zum Lunch. Danach durften wir noch so lange wir konnten im Riff schnorcheln gehen. Einen kleinen Riffhai der so ca 1m lang war haben wir auch gesehen, er hatte aber wahrscheinlich schon ein paar Schnorchler verputzt gehabt und hat uns daher in ruhe gelassen.

Auf dem Boot unterwegs zu den Walhaien

Delfine
Könnt ihr den Melonen-Walhai erkennen?

kurz vor dem Sprung ins Wasser

Hier ist er! Ganz nah


Auch von weitem beeindruckt er

Schnorcheln am Ningaloo Reef

Findet Nemo! Seht ihr ihn?
Erik beim Posen


Korallen und Fische beim Posen (leider kommen die Farben nicht so gut rüber, die Korallen waren total blau!)

An der Turquiose Bay I'm Cape Range Nationalpark bei Exmouth

im glasklarem Wasser chillen



Am zweiten Tag im Cape Range NP waren wir dann nur am Strand schnorcheln. Hier konnte man sich von der Strömung über die Korallengärten treiben lassen. Da wir kurz vor dem Coral Spawning dort waren, waren diese Extra bunt. Am dritten Tag sind wir vor Sonnenaufgang los gewandert um den Yardie Gorge (wieder ein Canyon) in schönem Licht und angenehmer Kühle zu erkunden. Danach sind wir nochmal schnorcheln gegangen und am vierten Tag dann früh los um die 680 km zum Karinjini National Park an einem Tag zu schaffen.
Yardie Gorge

Ein Rockwallaby (Schwarz-weiß gemustert)

21 dieser Raupen sind als Schlange getarnt über den Boden gekrochen

In Exmouth haben wir uns früh um 8:00 Uhr mit David und Esther aus Italien getroffen, die mit dem gleichen Bus wie wir die gleiche Strecke fahren wollten. Mit den beiden haben wir dann auch die Tage im Karinjini NP verbracht. Dieser National Park, der eher im Landesinneren liegt war für mich bis jetzt das Highlight an Landschaftseindrücken und Abenteuer Kletterei. Hier sind wir durch tiefe Schluchten gewandert, haben in Süßwasser Becken gebadet, sind rumgeklettert, ins Wasser gesprungen und sind immer wieder staunend stehen geblieben. Die Wanderwege durch die Schluchten waren manchmal nur einen Meter Breit, teilweise musste man schwimmen und fast immer konnte man am Ende eines Tracks in einen kalten "rock-pool" springen. Das David und Estar dabei waren hat dabei nochmal alles besser gemacht. David macht Parcour und Esther ist leidenschaftliche Hobby-Fotografin. Während Nadja also mit Ester die ganze Zeit Bilder geknipst hat, hatte ich David der mit mir so lange über die Felsen gekraxelt ist. Zu zweit macht das nämlich einfach mehr Spaß :) nicht so viel Spaß hat es gemacht, dass wir am zweiten Tag dort erstmal 50 km und 2,5 Std unbefestigte Hubbelstraße fahren müssten um zu den Canyons zu kommen. Hat sich aber gelohnt.
Kostenloser Rastplatz kurz vorm Karijini Nationalpark (der Rest in Peace Lookout)

Frühstück mit David und Esther

Fern Pool- Karijini Nationalpark



auf dem Weg zu einem Pool auf der anderen Seite der Schlucht




Handrail Pool

Am Ende des "Spider-Walks"

Anschließend ging es weiter Richtung Broome. Nach 200 km mussten wir allerdings hinter einer Kolonne roadtrains stehenbleiben und 5 Std in der Hitze warten bis es weiter ging. Ein Roadtrain hatte einen Unfall und lag quer über der Straße. Beide Spuren waren Blokiert und eine andere Straße gab es nicht. Es war schon dunkel als wir in Port Headland angekommen sind. Bevor wir von dort zum nächst gelegenen Free Camp weiter gefahren sind haben wir noch eingekauft und am Strand geduscht.
5 Stunden Stau bei 40 Grad
Die free Rest Area auf der wir die Nacht verbracht haben, war auf dem Land eines Kuh Farmers und als wir aufgewacht sind, waren überall Rinder und deren Hinterlassenschaften. 500 km später waren wir in Broome. Auf dem Weg kam uns immer wieder unangenehmer Kuhverwesungsgeruch entgegen.  Wir waren genau rechtzeitig zum Sonnenuntergang am Cabel Beach. Ich bin ja nicht mehr so leicht zu beeindrucken was Sonnenuntergänge am Strand angeht, weil immerhin geht die Sonne ja jeden Tag überm Meer unter, und oft genug haben wir dabei vom Strand aus schon zugesehen, aber am Cabel Beach ist das irgendwie was besonderes. Der Strand ist riesig und obwohl da echt viele Leute sind verteilen die sich so, dass jeder für sich seine Ruhe hat. Wenn die Sonne unter geht sind über all Leute aber gleichzeitig ist es ganz ruhig. Man ist für sich und trotzdem Nicht allein. Das hat was, und dann laufen die Kamel Karawanen vorbei, was auch ganz cool ist. 
Kuhalarm

Am Morgen vor unserem Auto


Hier sind wir jetzt drei Nächte auf einem Zeltplatz und wollen morgen nach Darvin weiter. In Broom selbst, also in der Innenstadt ist es auch ganz nett. Hier dreht sich alles um die Perlen Industrie und vor allem die Geschichten über die ersten Perlentaucher sind ganz cool. Heute nachmittag schauen wir uns noch ein bischen weiter um. 

Bis bald und Liebe Grüße




Auf der Fahrt
RIP Lookout- kostenloser Rastplatz

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